Frauen am Zug! Erster „Female ICE“ fährt durch Deutschland 

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DB-Personalvorstand Martin Seiler (links) und die Regierende Bürgermeisterin von Berlin Franziska Giffey (Mitte) begrüßen am Berliner Hauptbahnhof den „Female ICE“. (Foto: DB AG/Dominic Dupont)

Von der Lokführerin zur Zugchefin – rein weibliches Personal im gebrandeten ICE von München nach Berlin • DB-Kolleginnen werben für mehr Frauen in Technikberufen und Führungspositionen • DB-Personalvorstand Martin Seiler: „Mehr Einstellungszusagen für Frauen ist ein großer Erfolg“

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München/Berlin, 11. Mai 2022

Die Deutsche Bahn will weiblicher werden und den Frauenanteil im Konzern weiter deutlich erhöhen. Zahlreiche Maßnahmen zeigen bereits Wirkung: Mehr als 3.000 Frauen haben im ersten Quartal eine Einstellungszusage erhalten, knapp drei Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Auch der Anteil von Frauen an Bewerbungen ist höher als vor einem Jahr.

Der Arbeitsmarkt zieht deutlich an, gleichzeitig stellt die Deutsche Bahn im Rahmen der Strategie Starke Schiene weiterhin auf sehr hohem Niveau ein. Allein dieses Jahr will die DB erneut 21.000 neue Mitarbeitende an Bord holen. Darunter sind 5.200 Nachwuchskräfte – das ist erneut ein Rekord.

Mehr Frauen für die Bahn – da gehört es deshalb auch dazu, DB-Frauen und ihre Jobs sichtbarer zu machen – und das kann niemand besser als die Mitarbeiterinnen selbst. Initiiert vom Netzwerk „Frauen bei der Bahn“ fuhr heute erstmals ein „Female ICE“ von München nach Berlin.

Von der Lokführerin bis zur Zugchefin – ausschließlich Frauen waren für den extra gebrandeten Zug verantwortlich. In einem Sonderwagen boten die Organisatorinnen für dutzende DB-Kolleginnen und Gäste ein spezielles Programm. Auch entlang der Strecke – in Stellwerken, an Bahnhöfen und auf Baustellen – waren verstärkt Mitarbeiterinnen im Einsatz. In Halle und Nürnberg informierten zudem DB-Kolleginnen bei Veranstaltungen Interessentinnen über Jobprofile und spannende Projekte. Insgesamt mehr als 500 DB-Frauen wollten mit der Aktion ein Zeichen setzen und andere Frauen ermutigen, Jobs auch in Männerdomänen und in Führungspositionen anzustreben.

Der Zug wurde am Morgen in München von der bayerischen Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, Ulrike Scharf, und Ulrike Haber-Schilling, Vorständin DB Regio und Mitglied des Frauennetzwerks, auf die Reise geschickt. Zur Begrüßung des ICE in Berlin waren die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey und Martin Seiler, Vorstand Personal und Recht bei der DB, vor Ort am Hauptbahnhof.

Martin Seiler, Vorstand Personal und Recht bei der DB: „Wir brauchen deutlich mehr Frauen in Technikberufen und Führungspositionen. Der ‚Female ICE` ist ein großartiges Projekt, mit dem wir erneut auf die DB als attraktive Arbeitgeberin aufmerksam machen. Ich bedanke mich bei den zahlreichen Kolleginnen, die mit viel Herzblut daran gearbeitet haben, diesen besonderen Zug auf die Schiene zu bringen.

Wir haben vielfältige Maßnahmen im Portfolio, um den Frauenanteil bei der DB zu erhöhen. Das ist für den DB-Konzernvorstand ein zentrales Anliegen. Und: Jede Kandidatin ist für uns wichtig! Dass die Einstellungszahlen steigen, ist bereits ein großer Erfolg.“

Franziska Giffey, Regierende Bürgermeisterin von Berlin: „Unsere Arbeitswelt sollte alle Menschen ermutigen, den Beruf zu ergreifen, den sie möchten. Rollenvorstellungen und Geschlechterklischees sind dafür leider noch oft eine große Hürde. Der ‚Female ICE` mit ausschließlich weiblichem Personal ist eine tolle, überregionale Aktion der Deutschen Bahn. Sie zeigt beispielhaft, dass Frauen jeden Beruf ausüben können und dabei vom Unternehmen und vom Staat unterstützt werden – egal, ob im technischen Bereich oder in der Führungsetage. Es ist mir eine große Freude, den Zug in Berlin – der Stadt der Frauen – begrüßen zu können.“

Ulrike Scharf, bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales: „Unsichtbare Aufstiegshürden überwinden wir erst, wenn Frauen in allen Branchen und Positionen vertreten sind. Es gibt viele starke Frauen, die tolle Arbeit leisten und Vorbilder für andere sind. Sie müssen auch sichtbar sein! Die Initiative der Deutschen Bahn ‚Female-ICE` unterstützt Frauen, die unabhängig von überholten Rollenbildern ihren Weg gehen. Als Staatsministerin ist es mir ein großes Anliegen, dass Frauen auch die Chancen ergreifen, die sich ihnen bieten. Wir brauchen mehr Frauen in allen Berufsfeldern und müssen daran jeden Tag arbeiten!“

Ulrike Haber-Schilling, Vorständin Personal, DB Regio und Mitglied im Netzwerk „Frauen bei der Bahn“: „Frauen sollen sich trauen, sollen sich sichtbar machen – das kann man gar nicht oft genug betonen und fordern. Mit diesem Leuchtturmprojekt ‚Female ICE` wollen wir Mädchen und Frauen ermutigen, stets ihren eigenen Weg zu gehen. Der Zug ist heute fest in weiblicher Hand – und auch das zeigt, wie viel Frauen bei der Bahn bewegen.“

Aufmerksamkeit erzielte das Projekt „Female ICE“ auch in Brüssel, wo die DB erst kürzlich mit dem „European Women in Rail Award“ als „beste Arbeitgeberin für Frauen im europäischen Schienensektor“ ausgezeichnet wurde.

Adina Vălean, EU-Kommissarin für Verkehr: „Weniger als ein Viertel der Beschäftigten im EU-Verkehrssektor sind Frauen. Und weniger als fünf Prozent sind Lokführerinnen. Das ist nicht gut genug. Damit sich mehr Menschen – und insbesondere Frauen – für eine Karriere bei der Bahn entscheiden, muss der Sektor für eine breitere Arbeitnehmerschaft attraktiver werden – unter anderem durch flexible Arbeitsregelungen, Teilzeitarbeit, Jobsharing und Kinderbetreuungseinrichtungen. Gleichzeitig sorgen ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis, Vielfalt und Integration für einen verbesserten Service für alle Bahnreisenden. Die Deutsche Bahn hat dies erkannt, und ich bin zuversichtlich, dass weitere Unternehmen diesem Beispiel folgen werden.“

Bei der DB in Deutschland arbeiten derzeit rund 50.700 Frauen, das entspricht einem Anteil von 23,4 Prozent. Der Anteil von Frauen in Führung liegt aktuell bei 25,5 Prozent. Er soll bis 2024 auf 30 Prozent steigen. Zum Paket „30 Maßnahmen für 30 Prozent“ der Personalgewinnung gehört u. a., dass über eine frühzeitige Nachfolgeplanung insgesamt mehr Kandidatinnen aufgestellt werden. Für Führungspositionen wird mindestens eine Frau auf der Shortlist platziert. Der Vorstand hat ein Vetorecht bei der Besetzung von Führungspositionen. Und: Jede Führungskraft ist aufgerufen, einen Leistungsbeitrag für mehr Frauen in Führung zu erbringen

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