Schlichtung bestätigt Bahnprojekt Stuttgart-Ulm

 Stresstest der Bahn ist Grundlage für mögliche Anpassungen

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Mit einer abschließenden Bewertung durch Dr. Heiner Geißler sind gestern die Schlichtungsgespräche zum Bahnprojekt Stuttgart –Ulm zu Ende gegangen.

„Wir sind erleichtert über die Einschätzung des Schlichters, dass das Projekt Stuttgart 21 und die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm fortgeführt werden sollen. Die von den Kritikern favorisierte Variante K21 ist nicht durchgeplant und finanziert „, so Dr. Volker Kefer, Vorstand Infrastruktur der Deutschen Bahn.

Gleichzeitig hat sich die Bahn verpflichtet, einen Stresstest für den Bahnknoten Stuttgart durchzuführen. „Er bildet die Grundlage für mögliche Anpassungen, die Dr. Geißler als „Stuttgart 21 plus“ vorgeschlagen hat. Ebenso lassen sich damit die Maßnahmen definieren, die den größten Nutzen für die Leistungsfähigkeit des Bahnknotens bringen.“

Der sogenannte Stresstest ermöglicht die realitätsnahe Abbildung des Betriebes in einem Computermodell mit Hilfe von Fahrplansimulationen.

Um eine ausreichende statistische Sicherheit der Ergebnisse zu erzielen, werden mindestens 100 Betriebstage simuliert und ausgewertet.

Anschließend werden die Simulationsergebnisse von der Schweizer Firma SMA überprüft.

Bei den möglichen Anpassungen geht es unter anderem um die Ausrüstung aller Strecken von S 21 bis Wendlingen mit konventioneller Leit-und Sicherungstechnik zusätzlich zu ETCS (European Train Control System), der zweigleisigen westlichen Anbindung des Flughafen Fernbahnhofs an die Neubaustrecke, die Anbindung der bestehenden Ferngleise von Zuffenhausen an den neuen Tunnel von Stuttgart-Bad Cannstatt zum Stuttgarter Hauptbahnhof, die zweigleisig und kreuzungsfrei angebundene Wendlinger Kurve und die Erweiterung des Tiefbahnhofs um ein neuntes und zehntes Gleis.

Als weiterer Punkt aus der Schlichtung sollen gesunde Bäume im Schloßgarten erhalten bleiben und der Baufortschritt durch Umpflanzungen ermöglicht werden. Hierfür wird die Bahn gemeinsam mit unabhängigen Sachverständigen ein Verfahren entwickeln.

Die Bäume am Kurt-Georg-Kiesinger-Platz werden ebenfalls in die Untersuchung zur Umpflanzung einbezogen. Auch wird die Bahn nochmals auf die Behindertenverbände zugehen, um weitere Optimierungen am Bahnhof zu besprechen sowie auf die Stuttgarter Feuerwehr zum Thema Brandschutz.

„Was wir mit vertretbarem Aufwand und im Konsens der Projektpartner als Verbesserung vornehmen können, werden wir umsetzen“, betont Dr. Kefer. „Wenn wir unsere Planungen entsprechend aktualisiert haben, werden die beiden Projektsprecher Dr. Udo Andriof und Wolfgang Dietrich über den weiteren Fortgang der Bauarbeiten informieren.“Für die neun Schlichtungsrunden ab dem 22. Oktober 2010 haben die Experten der Bahn 20 Vorträge im Umfang von über 1000 Seiten angefertigt sowie rund 150 Fragen der Kritiker detailliert beantwortet.

„Diese Arbeit hat sich gelohnt, denn jetzt liegen alle Fakten auf dem Tisch. Mit der Schlichtung ist es uns gelungen, einer breiten Öffentlichkeit umfassende Informationen zum Bahnprojekt Stuttgart-Ulm zu vermitteln. Deeskalation durch Dialog hat sich als erfolgreiches Rezept bewährt. Die Erfahrungen der Stuttgarter Schlichtung werden wir in die Vermittlung anderer Großprojekte einbringen“, so Dr. Kefer abschließend.

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