Christoph Markschies zum Präsidenten der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften gewählt

Berlin, 29. November 2019. Die Versammlung der Mitglieder der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) hat den evangelischen Theologen Professor Dr. Dr. h. c. mult. Christoph Markschies zum Nachfolger von Professor Dr. Dr. h. c. mult. Martin Grötschel im Amt des Akademiepräsidenten gewählt. Die fünfjährige Amtszeit des Mathematikers Martin Grötschel endet am 30.09.2020. Die öffentliche Amtsübergabe erfolgt im Rahmen der Festsitzung zum Leibniztag der BBAW am 04.07.2020.

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Christoph Markschies nach seiner Wahl: „Die BBAW als Hauptstadtakademie der Bundesrepublik ist ein wichtiger Denkort für spannende neue Ideen und zugleich die größte außeruniversitäre geisteswissenschaftliche Forschungseinrichtung in der Region Berlin-Brandenburg. Ich freue mich sehr auf die Arbeit in diesem Laboratorium der Auf-klärung.“

Christoph Markschies (*03.10.1962) ist Professor für Antikes Christentum an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er studierte Evangelische Theologie, Klassische Philologie und Philosophie in Marburg, Jerusalem, München und Tübingen, wurde 1991 in Tübingen promoviert und dort 1994 habilitiert. Er hatte Professuren für Kirchen- und Theologiegeschichte des antiken Christentums in Jena (1994-2000) und Heidelberg (2000-2004) inne und folgte 2004 dem Ruf an die Humboldt-Universität zu Berlin, deren Präsident er von 2006 bis 2010 war. Mehrfach war er Fellow von Institutes for Advanced Study in Berlin, Jerusalem und Princeton bzw. Visiting Fellow des Trinity College, Oxford. Er ist Ehrendoktor der Theologischen Fakultäten der Lucian-Blaga-Universität Sibiu /Hermannstadt, der Universität Oslo und der Lateran-Universität in Rom. Christoph Markschies ist Mitglied der Akademien der Wissenschaften zu Erfurt, Heidelberg, Mainz und Mailand sowie der European Academy for Sciences and Arts
und der Academia Europaea. Des Weiteren wirkt er in diversen wissenschaftlichen Beiräten und Stiftungen (u. a. seit 2014 als Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats der Fritz Thyssen Stiftung). Das Deutsche Archäologische Institut hat ihn 2007 zum Korrespondierenden Mitglied gewählt. Christoph Markschies wurde mit einer Reihe von Preisen ausgezeichnet, so z. B. 2001 mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft. 2017 erhielt er für sein herausragendes Engagement im ökumenischen und im jüdisch-christlichen Dialog das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Neben zahlreichen Publikationen, u. a. „Das antike Christentum“ (2016), „Gnosis“ (2018) und „Gottes Körper: jüdische, christliche und pagane Gottesvorstellungen in der Antike“ (2016; engl. 2019), beteiligt Christoph Markschies sich mit Beiträgen regelmäßig auch an aktuellen Diskursen, z. B. als Kolumnist in verschiedenen Print- und Onlinemedien.

Seit 2000 ist Christoph Markschies Ordentliches Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Er war von 2003 bis 2015 Sekretar der Geisteswissenschaftlichen Klasse und von 2012 bis 2018 Vizepräsident. Christoph Markschies engagiert sich in vielfältigen Arbeitsgruppen und Akademienvorhaben der BBAW, u. a. ist er seit 2011 Projektleiter des Akademienvorhabens „Alexandrinische und antiochenische Bibelexegese“, und er ist Sprecher der interdisziplinären Arbeitsgruppe „Verantwortung: Maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz“.

Martin Grötschel begrüßt die Entscheidung der Gremien für Christoph Markschies nachdrücklich und beglückwünscht ihn zu seiner Wahl: „Ich freue mich darüber, dass die BBAW einen Wissenschaftler zu meinem Nachfolger gewählt hat, dessen hohes fachliches Renommee mit umfassender Kenntnis der Akademiearbeit und Freude an interdisziplinären Aktivitäten verbunden ist. Christoph Markschies ist in der Region und weit darüber hinaus vielfältig vernetzt, er kann und wird der BBAW neue Impulse geben.“

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