Psychische Erkrankungen gehören zu den drängendsten Gesundheitsproblemen

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Eröffnung Hauptstadtkongress in Berlin

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Heute öffnet der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit in Berlin seine Tore. Mit Blick auf die kommende Bundestagswahl im September stehen gesundheitspolitische Themen ganz oben auf dem Programm. Großer Handlungsbedarf besteht vor allem im Bereich der psychischen Gesundheit. DGPPN-Präsident Professor Arno Deister fordert die Spitzenvertreter der Gesundheitspolitik, der Verwaltung und der Kostenträger deshalb auf, jetzt die richtigen Weichen zu stellen.

„Knapp 17,8 Millionen Erwachsene erkranken in Deutschland jedes Jahr an einer psychischen Störung. Das entspricht der Einwohnerzahl Nordrhein-Westfalens. Diese Zahl macht deutlich, welch enorme Bedeutung Depressionen, Angststörungen und die vielen weiteren psychischen Krankheitsbilder für die Gesellschaft haben. Sie sind nicht nur einschneidend für das Leben der Betroffenen und deren Angehörigen, sie verursachen mehr als 35 Milliarden Euro direkte Kosten. Gleichzeitig stehen sie bei den Arbeitsunfähigkeitstagen und Frühberentungen an vorderster Stelle.

Gesundheits- und Sozialwesen haben auf diese Herausforderungen noch keine zukunftsfähigen Antworten. Die Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen hat in den vergangenen Jahren zwar große Fortschritte gemacht, trotzdem besteht großer Handlungsbedarf. Damit die Betroffenen auch in Zukunft passgenaue Hilfen erhalten, muss die Politik jetzt in den Bereichen Forschung, Prävention, Behandlung und Teilhabe Farbe bekennen und die psychische Gesundheit zu einem Schwerpunkt in ihren Wahlprogrammen machen.

Auf dem Hauptstadtkongress in Berlin treffen die verschiedenen Akteure aufeinander und können gleich den richtigen Weg einschlagen. Die strukturelle Förderung für die psychiatrisch-psychotherapeutische Forschung muss zum Beispiel weiter ausgebaut werden. Neben der Fortführung der Forschungsnetze braucht Deutschland ein vernetztes Zentrum für psychische Erkrankungen (DZP) mit mehreren kompetitiv ausgeschriebenen Standorten. Gleichzeitig gilt es die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Prävention, Behandlung und Rehabilitation ambulant und stationär so zusammenspielen, dass wir Menschen mit psychischen Erkrankungen frühzeitig bestmöglich behandeln und ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sichern können.“

Mehr erfahren: Bundestagswahl 2017 – Forderungen der DGPPN