PD Dr. Roberto Lo Presti, Berlin, erhält den Walter de Gruyter-Preis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften

Berlin, 29. November 2019. Der Walter de Gruyter-Preis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) geht in diesem Jahr an PD Dr. Roberto Lo Presti, Jahrgang 1978, für sein großes Engagement in den Fachbereichen Klassische Philologie und Antike Philosophie. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird im Zweijahresrhythmus für herausragende wissenschaftliche Leistungen in einem Themenbereich der Verlagsgebiete des Walter de Gruyter Verlages vergeben. Die Verleihung erfolgt am 29. November 2019 im Rahmen der Festsitzung zum Einsteintag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften im Nikolaisaal in Potsdam.

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Roberto Lo Presti hat in Palermo Klassische Philologie studiert und wurde dort 2008 promoviert. Doctoral und Postdoctoral Fellowships führten ihn nach Paris, Newcastle, Genf, Leiden, Lausanne und Utrecht. Seit 2010 ist er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Klassische Philologie der Humboldt-Universität zu Berlin. 2018 wurde er dort an der dortigen Sprach- und Literaturwissenschaftlichen Fakultät habilitiert, und er erhielt die Lehrbefugnis für Klassische Philologie und Antike Philosophie.

Die Forschungsinteressen von Roberto Lo Presti liegen im Bereich der antiken Philosophie, der Medizin- und Wissenschaftsgeschichte und ihrer Rezeption bis ins 18. Jahrhundert. In seiner international beachteten Dissertation befasste er sich mit der unter dem Namen von Hippokrates überlieferten medizinischen Schrift „De morbo sacro“ (Über die heilige Krankheit). In einer Reihe umfangreicher Aufsätze, die in internationalen Zeitschriften und Sammelbänden angesehener Verlage erschienen, sowie in seiner Habilitationsschrift untersuchte er das enge Verhältnis zwischen Medizin und Philosophie von der Antike bis zur Frühen Neuzeit. Besonders innovativ ist Roberto Lo Prestis Arbeit durch das Erschließen bisher unerforschter Primärquellen sowie durch das Hinterfragen traditioneller historiographischer Erklärungsmodelle und Begriffe. Das Ergebnis ist eine insgesamt neue, mehrere Epochen übergreifende Interpretation der Geschichte der Wechselbeziehungen zweier intellektueller Disz
iplinen, die sich gegenseitig zutiefst beeinflusst haben.

Roberto Lo Prestis Forschungsarbeiten sind international hoch angesehen und werden in führenden Fachzeitschriften publiziert.